[Review] SLIDHR – The Futile Fires Of Man


SLIDHR sind der irische Geheimtipp in Sachen Black Metal und nun nach langem Label-Hopping bei Ván Records für ihr neuestes Baby, das zweite Album „The Futile Fires Of Man“, untergekommen. Neue Kult-Kapelle?

Sound auf „The Futile Fires Of Man“ hot…

Die ersten Gehversuche auf dem Erstling „Deluge“ oder eine der unzähligen Splits hab ich so am Rande mitbekommen. SLIDHR sind solide und obwohl ich sonst ein absoluter Van-Fanboy bin, der fast alles (nicht gänzlich der Fanbrille unschuldig), was dort rauskommt, abfeiert, hier muss ich eine erste Ausnahme machen. Ihre Berechtigung hat die Musik sicherlich, ebenso wie sie ihre Fans finden wird, bei mir löst die neueste Scheibe allerdings keine Begeisterungsstürme aus. Auf Produktionsseite durchaus zugelegt, verglichen mit den alten Werken, haben SLIDHR sich doch ein wenig auf Songwriting- und Abwechslungsreichtum die Blöße gegeben.

Dabei machen sie noch nicht einmal viel anders als der Rest der Black Metal Welt: den kleinen Tremolo-Motor aus der Hand gestartet, dissonante Riffs sind auch immer noch ein beliebtes Merkmal um „anderweltliche“ Stimmung zu erzeugen, auf die Bremse getreten für bitter benötigte Abwechslung wird auch mal. Eine dunkle, düstere Stimmung drauf und fertig. Das alleine reicht noch nicht für überzeugende Songs.

… auf Songwriting-Ebene müssen SLIDHR noch ein wenig mehr bringen

Dabei sind Ansätze für größeres durchaus da. Die können so simpel gehalten sein wie die zwei Noten gegen Ende des Openers und Titeltracks, die langsam variiert werden und ein sinistres Grundmotiv bilden. Das war das erste Mal, dass ich aus meinem „Nebenher-hören“ aufgeschreckt bin und Interesse daran hatte, was da gerade abging. Der Grundaufbau der Songs ähnelt sich ziemlich. Die Riffs selber schaffen es nicht, großartig Atmosphäre zu erzeugen. Parts in den Songs wie die Melodien in „Summon The Rivers“  oder „To Celestial Depths“ haben dabei Potential. Aber die Band macht nix mit ihnen, die Songs gehen eher unstrukturiert dahin und anstatt auf tollen Ideen aufzubauen, werden sie ausgespielt und stehen dann wie das Männlein im Walde irgendwie fehl am Platz da. Auf tolle Build-Ups folgen dann wieder uninspirierte Schrammel-Passagen, derer man selbst als Black-Metal-Fan dann doch irgendwann überdrüssig wird.

Manchmal erinnern SLIDHR in den dissonanten Passagen an die Isländer von SVARTIDAUƉI, allerdings ohne deren Weirdness und überzeugendes Songwriting zu erreichen. Auch in den eher „klassischen“ Passagen hat man diese Riffs schon um Welten besser gehört.
Ich finde selbst die alten Songs auf den zahlreichen Splits SLIDHR’s trotz primitiverer Art fast noch besser als die Songs auf dem neuen Album. Also, Potential attestiert, aber mit ein wenig mehr Refinement kann da durchaus noch großes draus werden. Für den Sammler reichts, für mich nicht ganz. Reinhören und selber entscheiden.