[Review] U.D.O. – Steelfactory


Review

Galerie mit 19 Bildern: U.D.O. – U.D.O. + Sister Sin Tour 2011

Drei Jahre hat sich die Tour, die er mit ’seinen‘ ACCEPT-Songs gespielt hat, hingezogen. Aus diesem kleinen Projekt DIRKSCHNEIDER ist ein riesen Apparat geworden, der nun endlich – möchte man sagen – ein Ende findet. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Udo Dirkschneider hat mit U.D.O. mindestens ebenso viele Hits am Start, wie seine ehemaligen Spielgefährten. Mit “Steelfactory”, das mitunter schon als das beste U.D.O. Album ever benannt wurde, legt der 66-jährige auf jeden Fall fulminant vor.

Neue Zutaten und altbekanntes

Ob “Steelfactory” nun wirklich das beste U.D.O.-Album ist, möchte ich erst einmal zurück stellen, denn dazu gehört eine ganze Menge. Was kann das neue Scheibchen aus der Solinger Stahlschmiede also? Eine ganze Menge, will man meinen. Derart abwechslungsreich haben sich U.D.O. zumindest lange nicht gezeigt. Da stehen Songs, die eindeutig auch aus seiner ACCEPT-Zeit stammen könnten (“Rising High”), neben gefühlvollen Nummern wie dem abschließendem, balladesken “The Way” (btw: Udos beste Gesangsleistung seit langem) ohne, dass es den Albumfluss stört. Und das, obwohl ich Balladen hasse. So muss es sein.

Besser als zuletzt

Nachdem die letzten beiden Alben “Decadent” und „Steelhammer“ nicht unbedingt das Gelbe vom Ei waren, legen U.D.O. jetzt wieder ordentlich Spielfreude an den Tag. Das kommt Nummern wie “One Heart One Soul” (Highlight!) zugute, die wieder mit mehr Wumms gespielt werden. Man möchte fast glauben, dass ‘Uns Udo’ es noch einmal wissen will. Nach der Verneigung vor seiner eigenen Vergangenheit ist das mehr als stark gelungen. U.D.O. haben wieder richtig Bock und zeigen das auf “Steelfactory” eindrucksvoll. Die Riffs sitzen wieder, Udo singt besser und vor allem auch motivierter als zuletzt. Dazu kommt die mittlerweile perfekte Mischung aus seiner ACCEPT-Vergangenheit und den Elementen, die seit jeher synonym für den U.D.O.-Sound stehen. Die Chöre sind wieder fett an allem Ecken und Enden, gehen gut ins Ohr und bleiben dort auch. Das ist wohl der größte Pluspunkt von “Steelfactory”, die Platte geht endlich wieder ins Ohr, und das qualitativ hochwertig.

Zugreifen, Fans

Unter dem Strich bedeutet das, dass Fans des Solingers zugreifen müssen. “Steelfactory” bietet alles, was man als Fan seiner Lieblingsband erwartet. Fans, die nicht alle Alben von Udo und seinen Jungs im Schrank stehen, aber mal wieder Bock auf U.D.O. haben, dürfen sich ebenfalls angesprochen fühlen und zugreifen. Enttäuscht dürfte niemand werden. Das beste U.D.O.-Album ist das Neue nicht geworden, aber definitiv eines der stärksten. Starkes Stück Metall aus der “Steelfactory”.