[Review] Source – Source


SOURCE – zuerst auf die billige Tour: What a MERCYFUL FATE! In the dark and creepy ATTIC, right next to the old PORTRAIT mighty High Roller Records found the ultimate SOURCE of evil.
Seriöser gehört sind SOURCE natürlich nicht die Größten im skizzierten Reich des Bösen. Sie sind allerdings durchaus mehr als effekthaschende Copycats, die leichthin von massivem Namedropping zu erschlagen wären. Viel mehr.

SOURCE brauchen keinen Szene-Bonus …

Chef der SOURCE ist Richard Lagergren, der anfangs eben bei PORTRAIT kreativ war, nun begleitet von Patrick Dagland an den Drums und auf „Source“ vokalisch ergänzt von Oscar Carlquist von RAM (mittlerweile ersetzt durch Emil Busk). Und was die finsteren Herren in dieser Konstellation erschaffen, ist zwar stilistisch nicht überraschend, dafür aber qualitativ überraschend gut.
Eingeleitet von düster-dramatischen Streichern unterhalten die vier Songs auf „Source“ innerhalb des hinlänglich bekannten Rahmens nämlich vom ersten Takt an. Schöngehört werden muss hier nichts, „Source“ ist bei Gott (hihi …) keine Platte, der man ob beteiligter Szenegrößen erst solides Songwriting und handwerkliche Souveränität bescheinigt – und sie dann souverän wegsortiert.

… den „Source“ ist: METAL. M-E-T-A-L!

Vielmehr offenbart sich gleich beim eröffnenden und über zehn Minuten packenden „Crossroads Calling“ ein aufregendes Multitasking-Problem, denn: Jeder Mensch mit intakten Sinnen und Moralvorstellungen muss im Prinzip gleichzeitig mit verzerrtem Gesicht auf die Knie sinken, im Schrank das olle „Melissa“-Shirt finden UND seine Seele von allen versehentlich begangenen guten Taten reinigen. Während des Bangens.
Aber man wächst mit seinen Aufgaben. Und die Mühe wert ist die flüssig arrangierte, angemessen anspruchsvolle wie eingängige, mächtig stilvoll düstere und tief in den Achtzigern steckende Metal-Melange, die SOURCE kredenzen, auf jeden Fall. Der hohe, kraftvoll-schneidende Gesang von Carlquist provoziert natürlich die Vergleiche mit KING DIAMOND, passt aber exzellent zum Rest.

Ergo: geiles Teil.

JUDAS PRIEST und natürlich die NWOBHM im Allgemeinen (jedenfalls deren krachender und dynamischer Teil) sind allgegenwärtig. Gedanken an tageslichttaugliche (Stadion-)Hymnen trauen sich – nur um ganz sicher zu gehen – nicht einmal ansatzweise in den Bereich des Möglichen. Ein Highlight neben drei weiteren ist jedenfalls das über sieben Minuten lange „Wither“ mit seinen Ohrwurm-Leads. Und sogar das STYX-Cover „The Serpent Is Rising“ passt sich nahtlos ein.

Ergo: geiles Teil!