[Review] The Unity – Rise


Knapp anderthalb Jahre nach dem Debüt hauen THE UNITY ihr zweites Werk raus. Die deutsch-italienische Band zeigt mit „Rise“ Einigkeit. Mit diesem Album sind die Herren keine Kompromisse eingegangen und präsentieren ihre Definition von melodischem Power-Metal, ohne das es an Mitsingpotenzial mangelt.

Power und Metal im harmonischen Zweiklang – THE UNITY

Das trotzige „Last Betrayal“ übernimmt den Auftakt und macht bereits nach den ersten Akkorden klar, wohin die Reise gehen soll. Das Augenmerk liegt deutlich auf den Riffs und einer fast hypnotischen Melodie, die den Zuhörer mitten in das Geschehen zieht. Die üblichen Gitarrenspielereien, wie man sie von Bands aus Italien kennt und liebt, findet man ebenfalls bei „You Got Me Wrong“. Ein Track, der den perfekten Soundtrack für einen langen Konzertabend bildet. Mehr experimentelle Sounds werden bei „The Storm“ geboten. Der Songverlauf erinnert an einen eingängigen Pop-Song, jedoch mit deutlich mehr Härte und Speed. Ein echter Diamant auf dieser CD.

Der härteste Beitrag ist hingegen „Road To Nowhere“. Das Riff trifft zielgenau und lässt das goldene Zeitalter des Metals neu auferstehen. So würden die Szenegrößen der Achtziger wohl heute klingen. Die Melodie von „All That Is Real“ werdet ihr noch bis zum nächsten Wacken in euren Gehörgängen haben. Eine temporeiche Nummer, der man sich nicht entziehen kann. Mit der Extraportion Härte kommt „No Hero“ daher. Ein Melodic-Metal-Track, der bereits beim ersten Hördurchgang überzeugt. Jede ernstzunehmende Metalband hat ihre Powerballade, für die sie von ihren Fans geliebt wird. „The Willow Tree“ heißt dieses Exemplar bei THE UNITY. Spontane Erinnerungen an HAMMERFALLS „Glory To The Brave“ kommen dem CD-Käufer in den Kopf und vermitteln ein Gefühl von Sorglosigkeit. Etwas unspektakulär zeigt sich „Above Everything“. Nach einem knackigen Start, flacht der Song ab und kann die Erwartungen nicht erfüllen, obwohl der Refrain wirklich genial ist.

„Children Of The Light“ hingegen hat das Zeug zu einer Hymne heranzureifen. Eine klare Songstruktur, ein mitsingbarer Refrain und eine Portion guter Laune sorgen für eine Art Götterdämmerung. Verworren und dennoch melodisch präsentiert sich „L.I.F.E.“. Auch bei diesem Outro zeigt Sänger Gianba seine gesamte Bandbreite. Die Bridge ist leider nicht ganz so beeindruckend wie der Rest des Albums, dennoch ist dieser Beitrag ein würdiger Abschluss eines überraschenden Albums.

Wieder neu erfunden – „Rise“

Man hört auf „Rise“ deutlich die Prägung von Bands wie GAMMA RAY oder HAMMERFALL heraus. Das ist definitiv kein Qualitätsmangel, sondern trägt zu einer gehörigen Portion Wiedererkennungswert bei. Hier sind Vollblutmusiker am Werk, die ihren Traum leben und ihrer favorisierten Musik eine Frischzellenkur verpassen. Für Fans des klassischen Heavy Metals ein absolutes Highlight. Man darf sich auf die Tour mit AXEL RUDI PELL freuen.

Review von Fabian Bernhardt