[Review] Satan’s Satyrs – The Lucky Ones


Ihr letztes Album „Don’t Deliver Us“ wurde auf unseren Seiten mittelstark abgefeiert, aber bei Lichte betrachtet doch eher wegen der Querverweise (Frontmann Clayton Burgess spielte bis vor kurzem Bass bei ELECTRIC WIZARD) und der Attitüde. Merke: SATAN’S SATYRS bieten auch auf ihrem neuen Album „The Lucky Ones“ wieder untergründiges Garagen-Feeling, laut aufgedrehte Verstärker und B-Movie-Flair (ohne, und hier kommt Kollege Protzak zu Wort, B-Musik zu machen). Das Quartett aus Virginia klingt damit wahlweise wie eine Mischung aus ELECTRIC WIZARD und BLACK FLAG (Eigenbeschreibung) oder wie eine rotzige Version der 1971er-ROLLING STONES.

Restlose Begeisterung will bei „The Lucky Ones“ nicht aufkommen

„The Lucky Ones“ allerdings zeigt auch ziemlich deutlich auf, warum es mit der ganz großen Begeisterung nicht so klappen will: Bei rifflastigen Stücken wie dem Opener „Thrill Of The City“ oder „You And Your Boots“ geht das mit den laut aufgedrehten Verstärkern und dem ungezwungenen Feeling gut auf: Ob jetzt die Gitarren gestimmt sind, die Gitarristen besonders sauber spielen oder Burgess jeden Ton trifft, ist dabei eher unerheblich. Die Musik funktioniert, klingt fetzig, ist cool. Bei melodischeren Songs vom Schlage „The Lucky Ones“ oder dem mit Akustikgitarren aufgepeppten „Take It And Run“ ist aber eine geradezu enorme Verschwendung von Potential zu beklagen: Die Stücke könnten so gut sein, wenn sie nur einigermaßen tight eingespielt worden wären. Attitüde? Hilft hier leider nicht weiter, wenn die Leadgitarren geradezu erbärmlich quäken oder alle Musiker gegeneinander spielen.

SATAN’S SATYRS agieren streckenweise schludrig

Nein, „The Lucky Ones“ ist gerade keine B-Musik, sondern ein Album, in dem mehr steckt, als es zunächst preisgibt. Nur agieren SATAN’S SATYRS streckenweise so schludrig, dass es lediglich bei Andeutungen bleibt. Das darf man rotzig und frech finden – alles legitim. Burgess und Co. mögen damit auch wieder als die coolen Typen durchgehen, die sie vermutlich sind. Nur erhebt es „The Lucky Ones“ eben auch nicht in den Stand eines über Gebühr guten Albums.

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