[Review] Alda – Alda


Post-Black Metal ist mittlerweile ein fast schon alltäglicher Begriff. Allerdings ist diese Schubladenbezeichnung noch gar nicht so alt, und blickt man gute zehn Jahre zurück, wurde ein ähnlicher Stil nicht nur schon genutzt, ja, er hat sogar hohe Wellen geschlagen, damals dank WOLVES IN THE THRONE ROOM noch als „Cascadian Black Metal“ etikettiert. Dieser Gattung fühlen sich vermutlich auch ALDA zugehörig, die längst nicht für so viel internationalen Wirbel wie ihre Landsleute sorgten, in Underground-Kreisen aber stets geschätzt worden sind. Das deutsche Label Eisenwald Tonschmiede hat sich dem Backkatalog des Quartetts aus Tacoma, Washington, noch einmal angenommen und bietet auch dank der Wiederveröffentlichung des Debütalbums „Alda“, was einigen vermutlich verborgen geblieben wäre.

ALDA verbreiten Lagerfeuer-Stimmung

Denn schon „Alda“ trägt diese typische, schwere, natürliche, aber gleichzeitig fast schon wärmende Stimmung, die dem Cascadian Black Metal immer zugesprochen wird. Zurecht, wie ALDA schon auf ihrem gut dreißigminütigen Debütalbum zeigen. Kalt ist hier nichts, stattdessen wähnt man sich am knisternden Lagerfeuer auf einer Lichtung irgendwo im Nirgendwo. Und während die Sterne funkeln, fängt einen die hypnotische Stimmung ein und führt ihn aus der Realität heraus. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ALDA wie im Opener „Scattered On The Wind“ fast schon dem Neofolk frönen und auf rituelles Getrommel, Akustikgitarre und Klargesang setzen, oder wie in „The Seed And The Hailstone“ stürmischer und roher zu Werke gehen.

Doch „Alda“ bietet auch Black Metal

Klar spielt auf „Alda“ der Black Metal eine große Rolle. Schrammelige Gitarren, temporeiches Schlagzeugspiel und Keifen gehört auch zum Cascadian-Stil. Und gerade auf ihrem Debüt zeigen sich ALDA noch kantiger als auf späteren Werken. Der Sound weist klaren Underground-Charme auf, worunter vor allem auch das Schlagzeug etwas leidet, was dem Gesamtklang aber eher zugutekommt. Denn gerade dadurch wird das Gefühl von Freiheit und Natürlichkeit in den Vordergrund gerückt.

An die Cascadian-Meister reicht „Alda“ nicht heran, doch den Wechsel aus Schroffheit und Zärtlichkeit, der auch ihre späteren Werke auszeichnen soll, haben sie schon 2008 gekonnt vereint. Dementsprechend sollte das ALDA-Debütalbum im Besitz eines jeden sein, der auch bei WOLVES IN THE THRONE ROOM oder vielleicht gar den Iren ALTAR OF PLAGUES aus der Realität entfliehen kann.