[Review] Wardance – Heaven Is For Sale (Re-Release)


Mittlerweile gehört es fast schon zum guten Ton, vergessene Perlen, bzw. verschrobene Releases mit einer abermaligen Veröffentlichung zu ehren. In diese Kategorie gehören sicherlich auch WARDANCE aus Rheinland-Pfalz, die Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger auf der Bildfläche aufgetaucht sind. Nach der EP “Crucifixion” und dem Debütalbum “Heaven Is For Sale” war dann auch schon wieder Schicht im Schacht. Besagtes Debüt wird nun remastert wiederveröffentlicht und enthält neben dem regulären Album noch viele Songs des Demos aus dem Jahr 1994. Thrash-Freunde können jetzt schon den Bleistift spitzen.

Nicht ganz so gut, wie die Großen

Warum sollten aber gerade ausgerechnet WARDANCE mit einer Wiederveröffentlichung bedacht werden? Ganz einfach, weil die Band – neben HOLY MOSES – meines Wissens nach die einzige deutsche Thrash-Metal-Band war, die von einer Frau gefrontet wurde. Die Musik von WARDANCE spielen damals noch nicht so oldschooligen Thrash-/Speed-Metal, der sich prima zwischen besagten HOLY MOSES und LIVING DEATH einnistet, allerdings ohne dabei deren songschreiberische Qualität zu besitzen. Das ändert aber nichts an der Sache, dass WARDANCE mit “Heaven Is For Sale” ein kurzweiliges, mitunter recht spannendes Album aufgenommen haben. Sängerin Sandra Schumacher trifft die Töne nicht immer, das soll dem positiven Eindruck aber keinen Abbruch tun. Denn die Atmosphäre, die das Album vermittelt, passt. Songs wie “Neverending Nightmare”, “Heaven Is For Sale” oder “Paris In Fear” machen einfach Spaß beim Hören. Man bekommt direkt Lust sich ein Bier aufzumachen und ein paar Freunde zur Abrissparty in der Wohnung einzuladen. Die Old-School-Thrash-Fraktion, wie man sie seit ein paar Jahren häufig auf Festivals antrifft, dürfte “Heaven Is For Sale” gefallen. WARDANCE kleckern innerhalb ihrer Möglichkeiten nicht, sie klotzen.

Das Pech der späten Geburt

Negativpunkte gibt es hier kaum zu erwähnen. Wer gerne Old-School-Thrash-/Speed-Metal hört, kann hier bedenkenlos zugreifen. Spaß macht die Platte auf jeden Fall, und WARDANCE hatten einfach das Pech der späten Geburt. Es war bei Release noch nicht abzusehen, dass nur ein Jahr später kein Hahn mehr nach traditionellem Metal (und da zähle ich jetzt Thrash- und Speed-Metal einfach mal dazu) gekräht hat. Definitiv ein schöner Re-Release, um in Erinnerungen zu schwelgen und eine gute Zeit zu haben. Mehr und nicht weniger sollte man von “Heaven Is For Sale” erwarten.