[Interview] Eisbrecher – Interview und LP-Verlosung!


Interview

Pünktlich zum Jubiläum hauen EISBRECHER ihre bis oben hin vollgepackte Best Of “Ewiges Eis“ raus. Zu diesem Anlass waren wir natürlich neugierig, wie die Band denn rückblickend ihre Karriere beurteilt und warum sie sich für genau diese Art der Veröffentlichung entschieden hat. Am Ende gibt es neben den Gedanken von Sänger Alex Wesselsky sogar noch das eine oder andere Schmankerl für Vinyl-Fans zu gewinnen.

Eisbrecher auf dem Summer Breeze Open Air 2018

Eisbrecher – Summer Breeze Open Air 2018

metal.de: 15 Jahre EISBRECHER. Wie bewertet ihr die Entwicklung der Band bis hierhin? Eher steiniger Weg, easy-going oder harter Rock’n’Roll?

Wenn etwas vor 15 Jahren begann und immer noch andauert, dann ist das schon ein deutlicher Hinweis, dass es sich bei unserem Weg um einen „long way“ handelt! Ein EISBRECHER ist nicht schnell; aber er schiebt konstant, es geht immer weiter vorwärts und immer ein wenig bergauf. „It’s a long way to the top if you wanna rock and roll“ (BON SCOTT)! Steinig nein. Eisig, hart, beschwerlich, aber auch erfüllend und motivierend. Wir sind noch da und haben vor zu bleiben! Das sind wir unseren Fans schuldig und natürlich auch jenen, die uns grauenhaft finden. Man muss den Menschen auch etwas zu hassen geben, sonst werden sie unruhig 🙂

metal.de: EISBRECHER sind mittlerweile über die Genregrenzen der Gothic- oder Metalszene hinaus beliebt, wie Auftritte auf dem DEICHBRAND- oder dem GREENFIELD-Festival zeigen. Was glaubt ihr fasziniert Menschen so vieler musikalischen Orientierungen an dieser Band?

Ich denke, dass wir nicht DIE mit den vielen musikalischen Orientierungen erreichen, sondern jene, die genau auf diese spezielle EISBRECHER-Mischung abfahren, jene, die vielleicht bis dato gar nicht wussten, dass es uns oder diese Art Sound gibt. Und da sind Festivals immer eine feine Sache. Festivals sind so eine Art Musikmesse. Hier sind die Neuen, da die Alten, da die Lauten, da die Lauteren, da die Aggressiveren und dort die Gefühlvolleren. Man darf gespannt sein und sich von Neuem überraschen lassen! Wir funktionieren schon immer gut auf jeder Art von Festival, weil wir musikalisch offen sind, live extrem unterhaltsam und hungrig sind … immer noch! Gott sei Dank!

metal.de: Mit „Ewiges Eis“ erscheint am 05.10. eure Retrospektive. Warum habt ihr euch in Zeiten des Rückgangs physischer Tonträger dennoch dafür entschieden?

Man weiß ja nie, wann der letzte Gong für das Medium CD geschlagen wird; und eine „Werkschau“ gehört einfach ins Repertoire einer etablierten Truppe im Mannesalter. Das war für uns genau so wichtig, wie 2015 unser Live-Album „Schock – Live im Circus Krone“. Ich bin oldschool und will das erreichen, wovon ich als junger Spinner geträumt habe. Das heißt ich will auch eine Visitenkarte, die sich vorzeigen, vorspielen und überzeugen kann. Dieses Album weist den Weg in unsere musikalische Welt! “Ewiges Eis“ ist Einstieg und Rückblick.

metal.de: Wer hat entschieden, welche Songs von EISBRECHER auf die Best Of sollen? Das war doch sicherlich ein anstrengender Prozess?

Da waren wir uns innerhalb von Minuten einig. Wenn es um so etwas geht, sind Mastermind Pix und Captain Alex immer sehr sehr schnell. Alles andere war sehr anstrengend, vor allem das Wiederbeschaffen oder Auffinden von Videos aus uralten Zeiten und die Frage, in welchem Gewande wir unser „bestes Stück“ präsentieren.

metal.de: „Menschenfresser“ ist ein komplett neues Lied von EISBRECHER und gleichzeitig ein Cover. Warum lag euch das besonders am Herzen?

Weil RIO REISER mit diesem Text im Jahre 1986 schon alles gesagt hat, was es zum menschlichen / gesellschaftlichen Gesamtzustand im Spätkapitalismus zu sagen gab, was heute aktueller denn je ist und was uns wohl auch in Zukunft plagen wird, wenn ich unser tägliches Nachrichten-Gehirnwäsch richtig interpretiere. Besorgte Menschen in einer harten Zeit … jajaja! Ich hoffe RIO gibt uns seinen Segen. Ansonsten wird er mir schon den Marsch blasen, wenn wir uns irgendwann im Rock-and-roll-heaven auf ein Fass Bier treffen.

metal.de: Die Standardfrage zum Abschluss: Wo seht ihr EISBRECHER in 15 Jahren? 😉

Da ich nicht in die Zukunft blicken kann – frag mich in 15 Jahren!

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